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Mit dem eigenen Pferd nach Cuxhaven – und warum ich es immer wieder tun würde

von Katja

Ja, es ist möglich. Ja, es lohnt sich. Und nein, man muss kein Profi sein, um mit dem eigenen Pferd in den Urlaub zu fahren. Cuxhaven ist dafür einer der besten Orte, die ich kenne – weites Watt, Salzluft, Deiche ohne Ende und Reiterhöfe, die wissen, was Urlaubspferde brauchen. Wer einmal bei Ebbe durch das Wattenmeer geritten ist, mit dem Wind von vorne und dem Pferd entspannt im Schritt, der bucht im nächsten Jahr wieder. Versprochen.

Aber fangen wir von vorne an – denn damit das alles klappt, steckt ein bisschen Planung dahinter.

Vorbereitung: Einmal gründlich, dann läuft es

Der Equidenpass muss aktuell sein, das ist Pflicht. Ohne ihn geht in Deutschland nichts. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt vorher noch kurz beim Tierarzt checken – Impfungen, Wurmkur, Hufe. Klingt nach viel Aufwand, ist aber meistens in einer Stunde erledigt. Danach kann man entspannt einladen.

Der Anhänger verdient ebenfalls einen kritischen Blick vor der Abfahrt. TÜV, Beleuchtung, Trennwände – und Heu und Wasser für die Fahrt einpacken. Bei längeren Strecken lieber eine Pause einplanen, auch wenn das Pferd ruhig steht. Im Transporter ist es alles andere als entspannt für die Tiere, das sieht man ihnen nur nicht immer an.

Wo wohnt das Pferd – und wo wohnt man selbst?

Das ist die Frage, bei der viele Reiturlauber zum ersten Mal ins Grübeln kommen. Rund um Cuxhaven gibt es Reiterhöfe mit Pensionsboxen für Urlaubspferde – mit Paddock, Weide und direktem Ausritt in die Landschaft. Was fehlt, ist oft die passende Unterkunft für den Reiter selbst in der Nähe.

Häufig gibt es auch Ferienunterkünfte in der Region, die bewusst in der Nähe von Reiterhöfen liegen. Morgens kurz rüber zum Stall, das Pferd versorgen, ausreiten – und abends zurück in die eigene Ferienwohnung. Kein einstündiges Pendeln, kein Kompromiss. Das macht den Unterschied.

Bei der Wahl des Reiterhofs selbst lohnt sich ein genauer Blick: Wie groß sind die Boxen wirklich? Gibt es Weidegang? Wird vernünftiges Heu gestellt? Und – was gerne vergessen wird – ist ein Tierarzt erreichbar, wenn mal was ist? Wer das vorab klärt, reist ruhiger an.

Was man in Cuxhaven mit dem Pferd erlebt

Hier liegt das eigentliche Highlight. Mit dem eigenen Pferd im Watt reiten ist ein Erlebnis, das schwer in Worte zu fassen ist. Bei Ebbe liegt das Wattenmeer flach und ruhig vor einem, das Licht spielt auf dem nassen Sand, und das Pferd tapst neugierig durch das Wasser. Es ist einer dieser Momente, für die man eigentlich keinen Urlaub braucht – aber dann doch unbedingt einen macht.

Wichtig dabei: die Gezeiten kennen. Das Watt verzeiht keine Nachlässigkeit. Wer die Gegend nicht kennt, reitet besser mit jemandem los, der sie kennt. Priele und weiche Stellen können tückisch sein, weshalb es du Immer sichergehen solltest und rechtzeitig die aktuelle Gezeitentabelle anschauen.

Wer lieber auf festem Boden bleibt, findet im Hinterland schöne Reitwege entlang von Deichen und durch Felder  zurück legt, kann auf wanderreitkarte.de seine Reitrouten online planen.

Ein Wort zum Ankommen

Das Pferd braucht Zeit nach dem Transport. Das klingt simpel, wird aber gerne ignoriert, wenn man voller Vorfreude ist. Am Anreisetag einfach ankommen lassen – Box zeigen, Heu hinwerfen, in Ruhe lassen. Der erste Ausritt kommt am nächsten Morgen, und er ist dann doppelt so schön, weil das Pferd entspannt ist.

Ausrüstung vollständig einpacken – inklusive Regendecke. An der Nordsee wechselt das Wetter, auch im Sommer. Wer das einmal vergessen hat, kauft die Decke vor Ort teuer nach.

Fazit

Cuxhaven und Pferde – das passt einfach. Die Landschaft ist wie gemacht für ausgedehnte Ausritte, das Wattenmeer bietet etwas, das man nirgendwo sonst findet, und die Region hat sich in den letzten Jahren spürbar auf Reiturlauber eingestellt. Wer gut plant, sein Pferd kennt und eine Unterkunft in Reiterhofnähe wählt, erlebt einen Urlaub, der sich von jedem Strandurlaub ohne Pferd grundlegend unterscheidet – im besten Sinne. Einmal ausprobieren. Dann weiß man, wovon ich rede.

FAQ – Häufige Fragen zum Reiturlaub in Cuxhaven

Welche Papiere brauche ich, wenn ich mit meinem Pferd nach Cuxhaven fahre? Für Reisen innerhalb Deutschlands ist der EU-Equidenpass Pflicht. Er muss aktuell sein und das Pferd eindeutig identifizieren. Ein aktueller Impfnachweis schadet nie.

Kann ich mit einem unerfahrenen Pferd ins Watt reiten? Eher nicht als Einstieg. Das Watt ist ungewohntes Terrain – nasses, weiches Gelände, unbekannte Geräusche, Möwen, Wind. Pferde, die noch wenig Außenerfahrung haben, sollten sich erst in der Umgebung eingewöhnen, bevor es ans Watt geht.

Wie lange im Voraus sollte man einen Pensionsplatz buchen? In der Hochsaison (Juli/August) am besten zwei bis drei Monate im Voraus. Gute Reiterhöfe mit Urlaubspensionsplätzen sind schnell ausgebucht.

Darf ich überall am Strand reiten? Nein. Es gibt ausgewiesene Reitabschnitte am Strand. Vorab informieren lohnt sich – der Nordsee-Tourismus-Service oder der jeweilige Reiterhof können hier weiterhelfen.

Was kostet ein Pensionsplatz für mein Pferd in der Region? Das variiert je nach Hof und Ausstattung. Mit Box und Paddock ist man in der Regel zwischen 15 und 30 Euro pro Tag dabei. Vollpension mit Weidegang kann mehr kosten.

K

Katja

Mama von zwei Reitkindern

Zweifache Mutter, die seit 8 Jahren Familien beim Einstieg in den Reitsport begleitet.

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